Bestandsanalyse der
kommunalen Wärmeplanung
- Methodik und Ergebnisse -

23.09.2025 | Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Stadt Wolfsburg - Referat Daten, Strategien, Stadtentwicklung - Abteilung Statistik und Stadtforschung (21-3)





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Übersicht & Datengrundlagen

Datenquellen und Verarbeitungsschritte der Bestandsanalyse

Langfristiger Mehrwert für die Stadtverwaltung -
Das Gebäudekataster

  • Als Grundlage für die Bestandsanalyse der kommunalen Wärmeplanung wurde durch 21-3 erstmals ein detailliertes Gebäudekataster für Wolfsburg erstellt

  • Das Kataster wurde aus verschiedenen Datenquellen erzeugt und Datenlücken z.T. durch manuelle Erhebungen ergänzt

  • Merkmale sind z.B.:

    • Gebäudetyp, Bauweise und Nutzung
    • Baujahr und Denkmalschutzstatus
    • Anzahl Wohnungen, Grund- und Nutzfläche
    • Wärmebedarfe und -verbräuchen sowie Heizungsinfrastruktur
  • Ableitung des Sanierungszustands mittels KI-Modell (Random Forest)

Sanierungszustand

Sanierungszustand (modelliert) nach Gebäudetypen.
Quelle: Stadt Wolfsburg - KWP Gebäudekataster

  • 55 % aller Gebäude und 66 % aller Wohnungen wurden noch vor 1979 (erste Wärmeschutz-
    verordnung) errichtet.

  • Etwa 21 % des Gebäudebestandes in Wolfsburg sind bereits vollständig saniert oder nach 2008 errichtet.

  • 38 % der Gebäude sind erst teilsaniert und 41 % noch vollständig unsaniert.

  • 5 % der Gebäude stehen unter Denkmalschutz, davon sind 96 % unsaniert.

Netz- und Heizungsinfrastruktur

Endenergieverbrauch nach Energieträger. Endenergie ist der Teil der Primärenergie, der den Verbraucher nach Abzug von Gewinnungsaufwand, Übertragungs- und Umwandlungsverlusten erreicht. Endenergie ist damit die gelieferte Menge Energie am Hausanschluss.
Quelle: LSW, Kehrbuch Schornsteinfeger, Stadt Wolfsburg - KWP Gebäudekataster

  • Anzahl Ölheizungen: 3.771
  • Anzahl Gasheizungen: 3.656
  • Anzahl Stromheizungen: 1.473 (Anzahl aufgrund fehlender Meldepflichten wahrscheinlich etwas unterschätzt)
  • Anzahl der in den letzten 10 Jahren verbauten Öl- und Gasheizungen: 2.139
  • Die Fernwärme in Wolfsburg wird aktuell zu 99% durch Erdgas-KWK erzeugt (Präsentation Transformationsplan Fernwärme-Wolfsburg, LSW 2025).

Endenergieverbrauch

  • Fernwärme ist in Wolfsburg die dominante Heizungsart, allerdings sind die Verbräuche nicht gleichmäßig verteilt
    • Der Endenergieverbrauch von EFH + RH liegt nur bei 54 % Fernwärme, während er bei MFH + GMH bei 91 % liegt.
    • Am niedrigsten ist der Fernwärmeanteil bei Industriegebäuden (ohne VW Werksgelände) mit 27 %
  • 27 % der Ein- und Zweifamilienhäuser werden noch mit Ölheizungen beheizt.

Endenergieverbrauch, Wärmedichte und primärer Energieträger nach Baublock

Fazit

  • Im Zuge der KWP Bestandsanalyse wurde erstmals ein umfassendes 2D-Gebäudekataster der Stadt Wolfsburg erarbeitet und eine näherungsweise Einschätzung des Sanierungszustands des gesamten Gebäudebestands vorgenommen

  • Größte Herausforderungen in Bezug auf Dekarbonisierung der Wärmeenergie

    • Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung, die in Wolfsburg mit 65 % bereits die dominierende Heizungsart ist
    • In den Ortsteilen sind Öl- und Erdgasheizungen noch weit verbreitet

  • Größte Herausforderungen bei der Senkung des Wärmebedarfs

    • Mehr als die Hälfte des Gebäude- und Wohnungsbestands wurden vor der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut und entsprechen nicht den heutigen energetischen Baustandards
    • Rund 79 % des Gebäudebestands sind nur teilsaniert oder vollständig unsaniert